Zu Hause sein – ein Weihnachtsgedicht

Fett werden über die Tage.

Nicht so mehr leben wollen.

Nicht da sein wollen.

Gar nichts mehr essen wollen.

Hinter der Wärme der Wohnung verstecken wollen.

Nicht mehr bewegen wollen.

Es lieb haben wollen.

Nichts von irgendwas wollen.

Angst vor der Welt.

Angst haben vor sich.

Laufen gehen wollen.

Es ist überdrüssig.

Keinen Halt finden.

Es weg haben wollen.

Nicht mehr können.

zufrieden sein.

Das ist normal, keiner sollte sich deswegen schämen oder grämen. Alles bald vorbei und getan!
Dann:

Kein Ausschlafen.
Autostau.
Gestank in der Straßenbahn.
Enge im Aufzug.
Chef im Anzug.
Sekretärin verschwitzt.
Termin verpasst.
Grüße aus dem Urlaub.
Hetze beim Einkauf.
Weg, weg, weg, nur raus hier.
Ich will nicht mehr.
Küsschen, Küsschen. „Welche eine Freude Dich zu sehen.“
Katzenberger im Fernsehen.
Tagesschau lügt nicht.
Am nächsten Tag wird alles anders!
Bald ist Urlaub.
Ich habe noch 3.725,5 Tage bis zur Rente.

Ich will ja zufrieden sein.

Das ist normal, keiner sollte sich deswegen schämen oder grämen. Alles bald vorbei und getan.

Rente kommt regelmäßig.
Ein Besuch beim Arzt!

Ja, ich bin zufrieden!

Das ist normal, keiner sollte sich deswegen schämen oder grämen. Alles bald vorbei und getan.

Leere Blätter

wollen beschrieben sein.

Es ist wieder so weit.
Es ist nah.
Es ist nah.
Es ist da.
Ich arbeite wieder an dem Drehbuch für „Die vielen Leben des Felix Grummelwau.“

Nun habe ich noch eine ganz liebe Hilfe. Das ist ein Programm. Das korrigiert die Satzzeichen, die Orthografie, macht mich auf sinnüberladene und schlecht zu lesende Bandwurmsätze wie diesen gerade hier und auf überflüssige Füllwörter aufmerksam.
Nur Texte selbst schreiben, will diese Programm (noch) nicht.
„Wir“ > das Programm und ich < arbeiten noch daran.

Ich schreibe nach der uralten und kaum noch bekannten Devise der Schreiberlinge und Autoren: frisch, frei, fröhlich, unfromm.

Da hätte ich doch beinahe den Punkt hinter dem vorigen Satz nicht gesetzt!
Das bemerkt das Programm, sicher.

Heute habe ich frei

Gestern habe ich das erste „Carepaket“ aus der Eifel bekommen.
Es war eine Wildschweinsalami.
Nun gut, hier „auf der anderen Straßenseite“ gibt es im Geschäft einige Arten von Salami.
Vielleicht auch eine italienische Wildschweinsalami.
Doch was ist das gegen eine saftige, würzige, ehrliche Wildschweinsalami aus der Eifel vom meinem ehemaligen Lieblingsmetzger?

Es, das Wasser im Munde läuft mir, strömt zusammen, alleine wenn ich schon an sie denke.
Auf Rheinischem Schwarzbrot, dünn geschnitten, Biss für Biss, einfach Genuss.

Danke, danke, danke.

Heute habe ich frei und es kann kommen, was will und ich kann tun, was ich will.
Ich habe frei.
Frei.

Paradigmenwechsel

Bisher war „Smoke on the water“ der Song, in dem ich mich wiederfand.
Nun ist der Lebensabschnitt, der zugegebenermaßen lang gedauert hat, vorbei.
Der Song mit dem ich den neuen Lebensabschnitt bezeichne, ist: „Let´s have a party.“
Und gerade diese Version von Wanda Jackson ist einfach und genau treffend.

Es ist und bleibt wild.

Das Leben ist Party.
Alle sind eingeladen.