… und andere Geschichtengedichte

Voll gekotzt durch Inkarnationen bis ich durch den Schleim und Speichel hindurch langsam erwachte.
Hat Zeit gebraucht, die niemand zur Verfügung hat.
Es riecht noch sauer nach alter, ungesunder Verbindung zwischen gestern, damals, heute und morgen.
In der Ferne brennt noch das Feuer, das Vergängliches vergänglich macht
und selbst auch mit dem Vergänglichen vergänglich wird.

 

Kleines Herz – ein hochemotionales Gedicht

Kleines Herz
musst jetzt tapfer sein,
Denn Du stehst allein.

In der weiten, weiten Welt,
Die Dir gar nicht mehr gefällt.

Es ist schade, nicht sooo groß zu sein,
Doch klein sein, ist lieb und fein.

Komm heran Du Bösewicht,
Du bist der Politikverdruss.
Es macht keinen Spaß mehr, die Nachrichten zu hören,
Und auch nicht die Tagesschau zu sehen.

Mir ist klar, dass muss vergehen.
Denn das ist zu groß, die Wortkackerei –
(Pardon Wortklauberei).

Das geht mir doch am A… vorbei.

Das könnte ein aktuelles, hochemotionales und realitätsadäquates Gedicht eines einfachen Bürgers aus der Eifel,  gerichtet an die von ihm gewählte Politikerkaste, sein.
Das ist es nicht, denn das ist meine Phantasie, dass es so sein könnte.

Zu Hause sein – ein Weihnachtsgedicht

Fett werden über die Tage.

Nicht so mehr leben wollen.

Nicht da sein wollen.

Gar nichts mehr essen wollen.

Hinter der Wärme der Wohnung verstecken wollen.

Nicht mehr bewegen wollen.

Es lieb haben wollen.

Nichts von irgendwas wollen.

Angst vor der Welt.

Angst haben vor sich.

Laufen gehen wollen.

Es ist überdrüssig.

Keinen Halt finden.

Es weg haben wollen.

Nicht mehr können.

zufrieden sein.

Das ist normal, keiner sollte sich deswegen schämen oder grämen. Alles bald vorbei und getan!
Dann:

Kein Ausschlafen.
Autostau.
Gestank in der Straßenbahn.
Enge im Aufzug.
Chef im Anzug.
Sekretärin verschwitzt.
Termin verpasst.
Grüße aus dem Urlaub.
Hetze beim Einkauf.
Weg, weg, weg, nur raus hier.
Ich will nicht mehr.
Küsschen, Küsschen. „Welche eine Freude Dich zu sehen.“
Katzenberger im Fernsehen.
Tagesschau lügt nicht.
Am nächsten Tag wird alles anders!
Bald ist Urlaub.
Ich habe noch 3.725,5 Tage bis zur Rente.

Ich will ja zufrieden sein.

Das ist normal, keiner sollte sich deswegen schämen oder grämen. Alles bald vorbei und getan.

Rente kommt regelmäßig.
Ein Besuch beim Arzt!

Ja, ich bin zufrieden!

Das ist normal, keiner sollte sich deswegen schämen oder grämen. Alles bald vorbei und getan.

Das ist echt positiv!

Das muss weg.

Das Negative muss weg!
…ist ein Antagonismus wie er besser nicht sein kann.
Das Negative muss sterben, das Positive stirbt mit.
Weil das Eine nicht ohne das Andere ist.
Was bleibt übrig?
Nichts.

Nicht negativ, nicht positiv.

Doch: wir definieren uns so gerne über das Negative,
über das,
was wir nicht sind,
nicht sein können,
nie sein werden.

 

Das Positive muss voll und ganz sein!
Ist ein Antagonismus wie er besser nicht sein kann.
Das Positive – voll und ganz – macht es dem Negativen unmöglich zu sein.
Das Negative erlischt mit dem Positiven, wenn das Positive voll und ganz ist.
Weil das Eine nicht ohne das Andere ist.
Was bleibt übrig?
Nichts.

Nicht positiv, nicht negativ.

Wir wären so gerne das Positive.

Wir wären so gerne das, was wir nicht sind,
nicht sein können,
nie sein werden.

Also bleiben wir doch lieber im Bekannten und drehen uns im Kreis:
Das Negative muss weg!
Doch: Sitzen und schreiben.
Weder noch
Wedernoch