… und andere Geschichtengedichte

Voll gekotzt durch Inkarnationen bis ich durch den Schleim und Speichel hindurch langsam erwachte.
Hat Zeit gebraucht, die niemand zur Verfügung hat.
Es riecht noch sauer nach alter, ungesunder Verbindung zwischen gestern, damals, heute und morgen.
In der Ferne brennt noch das Feuer, das Vergängliches vergänglich macht
und selbst auch mit dem Vergänglichen vergänglich wird.

 

Gestern, erste Lesung

Gestern war meine erste Lesung aus dem Drehbuch „Die vielen Leben des Felix Grummelwau“.
Es war im kleinen und doch nicht beengten Kreis.
Es kam an, das hat mir das Feedback gezeigt.

Da ist Platz für viele talentierte Schauspieler, sogar mehrere Regisseure und wohlgesinnte Geldgeber.
Da ist Platz für, man mag es kaum glauben,
da ist Platz für Menschsein.

Da ist sehr viel Platz (noch) für sehr viele Zuschauer > demnächst.

Wahrheit ist ein Traum

Ich habe es gewusst!

Irgendwann würde die Frage auf mich zukommen und siehe: da.
Sie sitzt mir wie ein Stachel im Fleisch. Die Frage ist mir nicht peinlich, sollte mir aber peinlich sein.

„Wer sind deine Eltern?“
„Wer ist dein Vater?“
„Wer ist deine Mutter, wer soll das gewesen sein?“

Und auch: irgendwie freue ich mich diebisch über diese Frage. Doch das kann man erst dann verstehen, wenn man meine Antwort versteht. Doch ich halte es kaum für möglich, denn meine Antwort wird wohl für das durchschnittliche Gehirn nicht annehmbar, geschweige denn verstehbar sein.
Es ist für mich gar nicht so einfach, von meinen Eltern als meine Eltern, als Vater und Mutter, zu reden. Natürlich kann ich in meinem Stammbuch nachschauen, wie sie geheißen haben, wann sie geboren sind, wann sie gestorben sind. Das ist alles belegbar.
(Und unsachlich aus dem Zusammenhang gerissen hier eingeworfen: Ich bin voll Weise, pardon Vollweise! So lasse ich gerne Fehler einschleichen, das ist, was mir Spaß macht.)

Tja, das beantwortet aber nicht die Frage nach meinen Eltern.
Mir ist auch nicht so richtig klar, warum ich immer wieder nach meinen Eltern gefragt werde. Bisher habe ich – meiner Erinnerung nach –  achtmal die Gegenfrage gestellt: „Warum interessierst du dich dafür?“ Naja die Antworten die dann kamen, waren der Gestalt, dass sie mich auch nicht sonderlich weiter und zu einer Erkenntnis brachten. „Eine Frage beantwortet man nicht mit einer Gegenfrage!“ und: „Du siehst so elternlos aus.“ Diese letzte Antwort, die mir vorgestern auf meine Gegenfrage gegeben wurde, hat mich dann doch etwas arg gebeutelt, naja „überrascht“ ist besser gesagt.
Sie hat mich getroffen.
In Mark und Bein.

Das hat eine Bewegung der Erinnerung „nach hinten“ in Gang gesetzt.
Ich habe mich sehr gut erinnert, klar, deutlich, ehrlich, nichts und allessagend.

Ich habe mich an mein Gesicht und das Gesicht meiner Eltern vor meiner Existenz erinnert.
Insofern kann und muss ich der Ehrlichkeit und Genauigkeit wegen mehreres feststellen, was selbst den geneigtesten Leser und die geneigteste Leserin verunsichern kann:
„Ich bin älter als meine Eltern.“
„Ich habe mir meine Eltern geschaffen.“
„Ich habe keine Eltern und habe niemals welche gehabt.“
„Eltern sind die Produkte meiner Träume.“

Nun gut, wer fragt, erhält Antworten (meistens).
Doch nicht immer die Antworten, die angenehm und passend sind.
Doch in diesem Falle: wahr und insofern undiskutierbar.

Das ist mir dann „wie nebenher“ auch nochmals im tiefsten Sinne klar geworden: „Es gibt keine Wahrheit, außer sie ist geträumt.“

Heute habe ich frei

Gestern habe ich das erste „Carepaket“ aus der Eifel bekommen.
Es war eine Wildschweinsalami.
Nun gut, hier „auf der anderen Straßenseite“ gibt es im Geschäft einige Arten von Salami.
Vielleicht auch eine italienische Wildschweinsalami.
Doch was ist das gegen eine saftige, würzige, ehrliche Wildschweinsalami aus der Eifel vom meinem ehemaligen Lieblingsmetzger?

Es, das Wasser im Munde läuft mir, strömt zusammen, alleine wenn ich schon an sie denke.
Auf Rheinischem Schwarzbrot, dünn geschnitten, Biss für Biss, einfach Genuss.

Danke, danke, danke.

Heute habe ich frei und es kann kommen, was will und ich kann tun, was ich will.
Ich habe frei.
Frei.

Realitätssinn

Von: IMG_7400


 

Nach: IMG_7421
Ich liebe meine Arbeit, die Einfachheit der Umgebung,
die Leere des Schreibtischstuhls.

Es gibt noch andere, jetzt unsichtbare Helfer:
Regal, Drucker, 2. Rechner, Tisch fürs Malen und die zugehörigen Utensilien.
Ja, ich male auch!

Bilder auf Bestellung.
Malen > mein Hobby