Das Leben geht zu Ende

Das Leben des Omme geht (schreibe ich) heute zu Ende.
Es geht zu Ende mit einem Lebensrückblick und mit einer Quintessenz.
So, wie es am Lebensende gut und richtig ist, und wie es sich gehört, könnte man sagen.

Aus der Quintessenz des Bisherigen bildet man das Neue.
Das machen viele.

Wir lernen aus der Geschichte!
Wir sollten aus den Geschichte lernen!
Ich halte das in dieser Rigorosität für Unsinn.

So geht man schnellstens an dem vorbei, was derzeit und wahrscheinlich auch für die Zukunft sinnvoll  und „richtig“  und aller Wahrscheinlichkeit nach notwendig ist.

Ein Gedanke zu „Das Leben geht zu Ende“

  1. Lieber Felix,
    Ich stelle mir die Frage, wie kommt der Mensch zu solchen scheinbar unumstößlichen Gewissheiten? Der Mensch möchte immer gerne Regeln ableiten, pauschalisieren, das Leben vereinfachen.
    Einerseits klar stimmt es. Zum Beispiel bei ganz handfesten Dingen wie, die heiße Herdplatte, da macht es Sinn, aus der vergangenen schmerzhaften Erfahrung zu lernen. Das vereinfacht das Leben.
    Doch bei vielen anderen Situationen sind die aktuellen Bedingungen oft ganz anders, um mit pauschalisierenden Vergangenheitserfahrungen Situationsgemäß zu agieren.
    Ein ganz banales Beispiel von heute: Ich stehe an der Kuchentheke und sehe leckere Kuchenstücke. Die sind so groß, dass man locker zu zweit davon satt werden kann. Ich nehme aber 2 Stücke, weil ich in mir die Vorstellung (aus einer alten Erfahrung abgeleitet) habe, dass immer jeder sein eigenes Stück Kuchen haben müsste. Nur Eins zu kaufen hätte für mich das Flair von Armut. Bei Lichte betrachtet, ist das doch völlig absurd. Denn es ist genau so passiert. Zuhause hat dann nur jeder ein halbes Stück gegessen.
    Was bringt es, das „Lernen“ aus der Vergangenheit? Mit Glück „nur“ die Variation des bereits bestehenden Problems. Meist verkompliziert sich die Sache eher, wird unübersichtlicher und die Lösungen ist keine Antwort auf das Aktuelle. Das frustriert, schafft Leid, braucht Kompensationen zum Ausgleichen. So kann es keine Ent-wicklung geben, sondern nur die Variation des ewig Gleichen. Neues kann so nicht entstehen!
    Was aber doch eigentlich ganz klar ist: um in einer Situation angemessen zu agieren, ist das Wahrnehmen der Situation/ Sache in ihrem derzeitigen Kontext notwendig. Denn mit Sicherheit sind die Bedingungen/ Hintergründe etc. anders als in einer ähnlichen Situation in der Vergangenheit.
    Ich vermute, da der Mensch oft unfähig, bequem oder unwissend ist, die Dinge/ Situationen so zu erkennen wie sie aktuell sind, liebt er Ableitungen aus der Vergangenheit. So bleiben ihm die Anforderung und das Ringen um die Erkenntnis des Derzeitigen erspart. Allerdings auch der Genuss, das Erstaunen oder, oder, oder, des radikal Neuen.
    Gruß
    C.

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