Neues aus der Mottenkiste

Das Neue hat so seinen Preis.
Es kostet viel, wer will das schon zahlen?
Insofern ist es naheliegend, das Alte zu behalten und das Neue nicht zu realisieren, obwohl es gebraucht wird und drängt.

Das Neue sind z.B. die Flüchtlinge und alles, was damit verbunden ist.
Sie sind da, ob man will oder nicht.
Mit den Flüchtlingen soll das Alte erhalten werden, vielleicht sogar die Zeit (inhaltlich) zurückgeschraubt werden.
Ins Konservative, Rigide, Unbewegte, Normative, bürgerlich Abgesicherte, die weitgehende Einheitsmeinung, die antisexuelle Revolution, Prüderie.
Die mühsam errungenen kleinen und billigen Freiheiten der 68er Bewegung können dabei auf der Strecke bleiben.
> Restauration der Werte der 50er Jahre?
Das scheint mir in großen Teilen der Gesellschaft gut möglich zu sein und zu werden:
Sicherheit, Fleiß, Rigidität, hartes Durchgreifen, Ehre, eine abgemilderte Form von Blut und Boden, der Mief des Unbeweglichen.
Hauptsache die Wirtschaft…
Wir müssen alle zusammenhalten, um diese Aufgaben zu bewältigen…
Das Richtige ist heute das Alternativlose.

Es ist die Frage, ob wir das Neue wollen, das was wir in den 68ern begonnen haben.
In den 70ern auf die falschen Wegen gebracht haben.
In den 80ern in Discos weggetanzt haben.
In den 90ern unter falscher Flagge wieder haben aufleben lassen: Homosexuelle, Frauenbewegung, Grüne, „Wir sind das Volk“.
Nur eine Beispiel: Die Gewerkschafter der 60er und 70er der IG Metall würden sich heute schämen, solche Forderungen zu stellen, wie sie heute von dieser Gewerkschaftsspitze kommen.
Wir sollten wach werden und uns an unsere liberalen und menschenfreundlichen Grundwerte, die wir persönlich und gesellschaftlich erreicht hatten, wieder erinnern und uns nicht von dem liberal klingenden und doch knallharten und autoritären Softigeschwätz (weiter) einwickeln lassen.
Entwicklung tut Not.
Entwicklung ist normal.
Manchmal  muss man sich auch gesellschaftlich zurückentwickeln, um zu sehen, wie weit man schon gekommen war.
Erinnern tut gut.
Erinnern tut Not.

Wie war das noch mal: „Venceremos!“

Das habe ich einfach „nur mal so“ geschrieben, weil es mir sehr auf der Seele brannte.
Restauration von allen Seiten, das ist das, was „man“ derzeit volle Kanne erleben kann.

Erinnern wir uns.

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