Schönes Sündenregister – allerseits

Schuldgefühle sind sehr, sehr schlecht!
Ich mache Dir mit diesem Satz ein echtes Schuldgefühl.
Merkst Du es?
(Ich habe es mit großer Wahrscheinlichkeit geschafft!  Selbst dann, wenn der Satz eine Gegenreaktion bewirken sollte.) 
Schuldgefühle können nur schlecht sein, weil sie schlechte Gefühle machen – und das sollte nicht sein!
Auf keinen Fall!

Verstanden?
Immer noch nicht verstanden?
Schuldgefühle kommen deswegen, weil du gesündigt hast!
Spätestens jetzt angekommen!?
(Das trifft sehr, sehr wahrscheinlich auf alle zu, die in einem jüdisch – christlich – islamischen Kulturkreis sozialisiert sind.)

Doch damit das klar ist: Schuldgefühle entstehen nur da, wo gesündigt wird.
Die Sünde ist die Ursache für das Schulderleben, nicht die konkrete Tat!
Sünde ist die Ursache für Schuldgefühle.
Und wichtig zu wissen: Sünde ist subjektiv.

Zu weit hergeholt?
Naja stimmt, das sind auch Religionen, die dem Alten frönen, deren Beginn liegt zeitlich weit, weit zurück.
Die jüngste der (gesellschaftlich relevanten) Religionen stammt aus den Jahren zwischen 600 und 700 n. Chr. Sicherlich wurde sie immer wieder nachgebessert. (Die Ableger (Sekten) kann ich hier unter „Verbesserungsversuche“ der Mutterreligionen ablegen.)
Das Ding mit dem „sich Vergehen gegen… xyz“ ist fester Bestandteil aller dieser Institutionen.

Zurück zum Schuldgefühl.
Ich behaupte, dass das Ding mit der Sünde (wahrscheinlich) so tief in Jedem drinsitzt, und für vollkommen normal gehalten wird, dass es nicht oder kaum mehr auffällt.
„Die Sünde“, das sündhafte Vergehen wird dann aktiv, wenn jemand etwas tut oder lässt, was als Sünde definiert ist. Dann wird der Mechanismus der Schuld aktiviert.

Also, wie gesagt, man muss trotzdem nicht jüdisch-christlich-islamistisch orientiert sein, um Schuld zu erleben. Die Kultur reicht, um das Erleben zu installieren.

Schaffen wir (ich/du/er/sie/es) die Sünden/Verbote/Vergehen/Tabus und dergleichen ab, werden wir Menschen alle frei und können endlich tun und lassen, was wir wollen – individuell wie kollektiv.
Ich bin mir sicher: Krankheiten, Gefängnisse, Staaten, Religionen, Sekten, Gewerkschaften und Unternehmerverbände und dergleichen regulierendes, niederdrückendes „Zeug“ (Pardon > ich hatte das Hauptargument der Sündenfans vergessen: „Das ist doch nötig, damit wir Menschen miteinander leben können und gut auskommen!!“)
wären kaum vorhanden.

Mit der „Sünde“ fängt es an, und wir enden im Bravsein.
Wie schön.

Also, könnte hier der Eine und die Andere sagen/denken: „wirres Zeug“, „unausgereift“, „irre“ und „so ein Mann mit solchen Gedanken gehört doch…“
„Ok“ sage ich (W.T.) dazu.
Das sind also die Folgen, wenn man – wie ich jetzt und hier – eine Sünde (ohne persönliches Sündenerleben) öffentlich macht.

Ich fordere: Alle Menschen mit Schulderleben sollten zunächst einmal eine Therapie zur Befreiung von Religionsinhalten (o. ä) machen.
Wer schließt sich dem an?

So könnte der Einzelne und die Gesellschaft gesund werden und wachsen.