Zu Hause sein – ein Weihnachtsgedicht

Fett werden über die Tage.

Nicht so mehr leben wollen.

Nicht da sein wollen.

Gar nichts mehr essen wollen.

Hinter der Wärme der Wohnung verstecken wollen.

Nicht mehr bewegen wollen.

Es lieb haben wollen.

Nichts von irgendwas wollen.

Angst vor der Welt.

Angst haben vor sich.

Laufen gehen wollen.

Es ist überdrüssig.

Keinen Halt finden.

Es weg haben wollen.

Nicht mehr können.

zufrieden sein.

Das ist normal, keiner sollte sich deswegen schämen oder grämen. Alles bald vorbei und getan!
Dann:

Kein Ausschlafen.
Autostau.
Gestank in der Straßenbahn.
Enge im Aufzug.
Chef im Anzug.
Sekretärin verschwitzt.
Termin verpasst.
Grüße aus dem Urlaub.
Hetze beim Einkauf.
Weg, weg, weg, nur raus hier.
Ich will nicht mehr.
Küsschen, Küsschen. „Welche eine Freude Dich zu sehen.“
Katzenberger im Fernsehen.
Tagesschau lügt nicht.
Am nächsten Tag wird alles anders!
Bald ist Urlaub.
Ich habe noch 3.725,5 Tage bis zur Rente.

Ich will ja zufrieden sein.

Das ist normal, keiner sollte sich deswegen schämen oder grämen. Alles bald vorbei und getan.

Rente kommt regelmäßig.
Ein Besuch beim Arzt!

Ja, ich bin zufrieden!

Das ist normal, keiner sollte sich deswegen schämen oder grämen. Alles bald vorbei und getan.

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